Dispens bei Eheschließung

Notwendig bei konfessions- oder religionsverschiedenen Paaren

Fragen Brautleute unterschiedlicher Konfessionen nach einer gemeinsamen kirchlichen Trauung - inoffiziell im Sprachgebrauch ist dann von einer "ökumenischen Trauung" die Rede – dann ist sowohl ein katholischer als auch ein evangelischer Geistlicher bei der Trauung in der Kirche anwesend.

Es gibt aber keine "ökumenische Trauung", da beiden Kirchen die Eheschließung kirchenrechtlich unterschiedlich bewerten: für die Katholische Kirche ist der Beginn einer Ehe die kirchliche Eheschließung und zudem eines der sieben Sakramente. Es ist also "von Gott gegeben", die Eheleute spenden sich das Sakrament selbst, der Priester assistiert der Zeremonie und leitet sie.

In der Praxis bedeutet das: die kirchliche Trauung muss entweder eine katholische Trauung sein oder eine evangelische. Der Pfarrer der jeweils anderen Konfession ist gerne zur Zeremonie eingeladen werden und assistiert.

Was bedeutet das für die Eheleute?

Sie müssen sich für eine der beiden Konfessionen entscheiden, unter deren Ritus die Trauung stattfinden soll!

Trauung in einer katholischen Kirche:
Katholischer Trauritus durch einen katholischen Geistlichen, gerne mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers.

Trauung in einer evangelischen Kirche:
Evangelischer Trauritus durch einen evangelischen Geistlichen, gerne mit Beteiligung eines katholischen Geistlichen.

Was in beiden Fällen gilt:
Die Katholische Kirche setzt ein Brautgespräch voraus, in dem die Voraussetzungen für eine kirchliche Ehe sowie die Gestaltung des Gottesdienstes besprochen werden. Die Evangelische Kirche bespricht nur die Gestaltung des Gottesdienstes. Wenn ein Teil des Paares katholisch ist, muss das Brautgespräch mit einem katholischen Geistlichen geführt werden, auch wenn eine evangelische Trauung gewünscht ist, damit die Ehe auch von der katholischen Seite als Ehe anerkannt werden kann.

Im Vorfeld der Trauung führen die Brautleute ein Brautgespräch mit dem katholischen Wohnortpfarrer, zu dessen Gemeinde der katholische Partner zählt. Bei einer ev. Zeremonie beantragt der Geistliche dann eine sogenannte Dispens von der katholischen „Eheschließungs-Form“ (in einer Kath. Kirche vor einem Priester und zwei Zeugen). Somit gilt dann der Abschluss in der evangelischen Kirche als Beginn der Ehe auch für die Katholische Kirche.

Der übliche Weg für die Brautleute ist, mit der katholischen oder evangelischen Wohnortgemeinde Kontakt aufzunehmen, in der sie heiraten möchten. Dort werden sie üblicherweise über alle Schritte informiert.